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BP
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Die BP p.l.c.,cite-ref-4[4] ehemals British Petroleum, ist ein international tĂ€tiges, britisches Mineralölunternehmen mit Hauptsitz in London. Weltweit erwirtschaftete BP im Jahr 2012 einen Konzernumsatz von 396 Milliarden US-Dollar und beschĂ€ftigte 2019 70.100 Menschen. Weltweit verfĂŒgt das Unternehmen ĂŒber nachgewiesene Reserven in Höhe von 17,0 Mrd. Barrel ÖlĂ€quivalent. Das Unternehmen besitzt rund 20.700 Tankstellen und bedient tĂ€glich 13 Millionen Kunden.cite-ref-facts-5-0[5] Aufgrund einer Ölkatastrophe – ausgelöst am 20. April 2010 von der BP-betriebenen Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko – wurde das Unternehmen 2015 von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde USEPA zur Rekordstrafzahlung in Höhe von 20,8 Mrd. US-Dollar verurteilt.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7] Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 ergab, dass BP mit einem Ausstoß von 34,02 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent seit 1965 das Unternehmen mit dem weltweit sechsthöchsten Ausstoß in diesem Zeitraum war.cite-ref-guardian-2019-10-09-8-0[8]

Mit einem Umsatz von 248,1 Mrd. US-Dollar (USD), bei einem Gewinn von 25,9 Mrd. USD, steht BP laut den Forbes Global 2000 auf Platz 28 der weltgrĂ¶ĂŸten Unternehmen (Stand: 2023). BP kam Anfang 2023 auf eine Marktkapitalisierung von ca. 108 Mrd. USD.cite-ref-9[9]

Contents

‱ Geschichte
‱ Deutschland
‱ Algerien
‱ Erdgas
‱ Air BP
‱ BP Chemicals
‱ BP Solar
‱ Marken
‱ Aral
‱ Castrol
‱ Gasolin
‱ Prudhoe Bay
‱ Konsortien
‱ BĂŒcher
‱ Weblinks

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Aufsichtsratsvorsitz und UnternehmensfĂŒhrung

Ab 1990 bis 1992 war Robert B. Horton in Personalunion Vorstandsvorsitzender (CEO) und Aufsichtsratsvorsitzender (Chairman) der BP. Der zuvor nichtgeschĂ€ftsfĂŒhrende BP-Direktor John Baring hatte zwischen 1992 und 1995 das Amt des Chairman inne. Zum 1. Juli 1995 ĂŒbernahm David Simon den Stuhl. Sein Nachfolger im Juni 1997 wurde Peter D. Sutherland, welcher zum Januar 2010 durch Carl-Henric Svanberg abgelöst wurde.

Dem Vorstandsvorsitzenden Robert B. Horton (1939–2011)cite-ref-10[10] folgte 1992 bis 1995 David Simon, der von John Browne abgelöst wurde. Browne legte sein Amt am 1. Mai 2007 nieder, nachdem er einen Prozess gegen die Presse verloren hatte, die Informationen ĂŒber sein Privatleben offengelegt hatte. UrsprĂŒnglich war sein Weggang fĂŒr Juli 2007 geplant. Durch den RĂŒcktritt musste Browne auf einen Bonus von 3,5 Millionen Pfund verzichten. Sein Nachfolger Tony Hayward wurde mit sofortiger Wirkung zum neuen CEO ernannt. Nach der Ölkatastrophe durch Deepwater Horizon im April 2010 ĂŒbernahm dann im Oktober 2010 der frĂŒhere Chef des britisch-russischen Ölkonzerns TNK-BP und 2008 aus Moskau geflĂŒchtetecite-ref-11[11] Bob Dudley den Vorstandsvorsitz. Seit Februar 2020 bis September 2023 war der Ire Bernard Looney CEO.cite-ref-12[12] Vorsitzender des Board of Directors (Chairman) ist seit Januar 2019 Helge Lund.cite-ref-chairman-2-1[2]

Firmenname BP und grundlegende LogoÀnderung 2002

BP ist eine der kĂŒrzesten und wertvollsten Marken der Welt.

Allein das Firmenlogo wird auf 211 Mio. USD taxiert.cite-ref-13[13] Die zwei Buchstaben weisen offensichtlich auf den Firmennamen „British Petroleum“ hin. Mit leichten AbĂ€nderungen, zuletzt durch Raymond Loewy, trug BP das Zeichen seit den 1920er Jahren. 2002 wurde das grĂŒne Wappenschild mit gelben Großbuchstaben von Landor Associates durch eine stilisierte gelbe Sonne mit grĂŒner Korona – an eine Sonnenblume erinnernd – ersetzt und im Außenbereich, auf 1 Uhr, die nun Kleinbuchstaben „bp“ platziert.cite-ref-14[14] Es soll sich laut Unternehmensangaben um ein Helios-Logo handeln und kĂŒnftige Energie in ihren verschiedenen Formen symbolisieren. Auch startete das Unternehmen den Versuch, „British Petroleum“ fĂŒr neue Motti umzulabeln. In einer begleitenden Pressemitteilung ließ die Gruppe zu erfolgten Änderungen verlauten, den Namen BP wegen ihrer Anerkennung in der ganzen Welt behalten zu wollen, auch da die Buchstaben „bp“ kĂŒnftig fĂŒr folgende Bestrebungen des „neuen Unternehmens“ stehen sollen: „better people“ (bessere Menschen), „better products“ (bessere Produkte), „big picture“ (großes Bild), „beyond petroleum“ (jenseits von Erdöl).cite-ref-15[15] BP verwendete zunĂ€chst dieses neue Logo auch an ihren eigenen BP-Tankstellen in Deutschland, welche jedoch dann 2002 nach der BP-Übernahme der Veba-Oel AG – und damit auch deren Tankstellentochter Aralcite-ref-16[16] – durch das Aral-Logo komplett ersetzt wurden.

Geschichte

International

Die Geschichte der British Petroleum Company beginnt in Deutschland. 1904 wurde in Berlin die Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft (DPAG) gegrĂŒndet, die 1906 in die EuropĂ€ische Petroleum-Union (EPU) ĂŒberging. Diese grĂŒndete 1906 fĂŒr den Vertrieb ihrer Produkte in Großbritannien eine Tochtergesellschaft namens British Petroleum Company. Damit wurde die AbkĂŒrzung BP zum Markennamen fĂŒr die Vermarktung der Ölprodukte des Unternehmens.

Nach der Beschlagnahmung der in deutschem Eigentum befindlichen British Petroleum Company durch die britische Regierung bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde diese Firma 1917 in das Eigentum der Anglo-Persian Oil Company ĂŒberfĂŒhrt. Die Anglo-Persian Oil Company (APOC) war 1909 gegrĂŒndet worden, nachdem Bohrungen im Iran auf der Basis einer von William Knox D’Arcy erworbenen Förderkonzession auf Öl gestoßen waren. 1914 erwarb auf Betreiben von Winston Churchill die britische Regierung fĂŒr zwei Millionen Pfund die Mehrheit an der APOC, um das Unternehmen finanziell abzusichern. Ferner wurde mit der APOC ein langfristiger Liefervertrag zur Versorgung der britischen Flotte geschlossen.

1935 wurde die Anglo-Persian Oil Company nach dem Abschluss eines neuen Konzessionsvertrages mit dem Iran in Anglo-Iranian Oil Company (AIOC) umbenannt. MehrheitseigentĂŒmer der AIOC blieb weiterhin der britische Staat. Nachdem im MĂ€rz 1953 die Anlagen der AIOC im Iran durch einen Beschluss des iranischen Parlaments verstaatlicht worden waren, organisierte die CIA den Sturz Mossadeqs und die RĂŒckkehr von Mohammad Reza Pahlavi. Danach wurden die außerhalb Irans gelegenen im britischen Eigentum verbliebenen Firmenanteile zusammen mit den durch die neuen iranischen Machthaber retournierten Anteile in British Petroleum Company umbenannt.

1998 eroberte BP den US-amerikanischen Markt, fusionierte mit American Oil Company (Amoco) zunÀchst zur BP Amoco, firmierte jedoch dann auf BP um.

2000: Nach weiteren ZusammenschlĂŒssen, unter anderem mit dem Schmierstoffspezialisten Burmah Castrol, wechselte das Unternehmen, das inzwischen zu einem weltweit fĂŒhrenden Energieunternehmen aufgestiegen war, seine Außendarstellung in „bp“. Als neues Marken-Logo wĂ€hlte das Unternehmen das Helios-Zeichen.

Im MĂ€rz 2010 kaufte BP fĂŒr sieben Milliarden US-Dollar von Devon Energy Ölfelder in Brasilien, Mexiko und in Aserbaidschan. Damit verschaffte sich BP einen Platz in einer Region, in der die letzten großen Ölfunde der vergangenen zehn Jahre gemacht wurden, wie zum Beispiel das Ölfeld Tupi mit einer erwarteten KapazitĂ€t von fĂŒnf bis acht Milliarden Barrel Öl.cite-ref-17[17]

Im Oktober 2010 verkaufte BP in zahlreichen afrikanischen LÀndern das GeschÀft komplett oder teilweise an die in Genf sitzende Puma Energy, ein Gemeinschaftsunternehmen der Trafigura und Sonangol Holdings.cite-ref-18[18]

Im GeschĂ€ftsjahr 2015 verzeichnete der BP-Konzern wegen eines weltweiten Öl-Überangebots und Preisverfalls den grĂ¶ĂŸten Jahresverlust seiner Firmengeschichte in Höhe von 6,5 Mrd. USD (sechs Mrd. Euro).cite-ref-19[19]

Im Jahr 2020 setzte sich der Konzern von allen großen Öl- und Gasförderunternehmen die ehrgeizigsten Ziele beim Einstieg in die erneuerbaren Energien. Die Förderung von Öl und Gas sollte bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent zurĂŒckgefahren werden, und im Gegenzug plante BP umfangreiche Investitionen in erneuerbare Energien. Nachdem BP aufgrund der nach dem russischen Überfall auf die Ukraine in die Höhe geschnellten Energiepreise im Jahr 2022 einen Rekordgewinn von 27,7 Milliarden US$ erzielt hatte, ruderte die KonzernfĂŒhrung wieder zurĂŒck und erklĂ€rte, eine Reduktion um 20 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2030 anzustreben.cite-ref-20[20]

Nach einem GewinnrĂŒckgang in den Jahren 2023 und 2024 kĂŒndigte BP im Februar 2025 Investitionssteigerungen von 20 Prozent auf 10 Milliarden US$ in den Öl- und Gassektor an und InvestitionskĂŒrzungen von mehr als 5 Milliarden US$ bei den erneuerbaren Energien.cite-ref-21[21] Bereits zuvor war berichtet worden, dass der Konzern unter FĂŒhrung von CEO Auchincloss das Ziel, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 um das 20-fache zu steigern, aufgeben wolle. KerngeschĂ€ft sollen wieder fossile Brennstoffe sein.cite-ref-22[22]

Fusion zur BP Europa SE ab 2010

Am 30. April 2010 fusionierten die einzelnen LĂ€ndergesellschaften in Deutschland (Deutsche BP AG), Österreich, Niederlande, Belgien und Polen zur BP Europa SE (EuropĂ€ische Aktiengesellschaft). Die Verschmelzung erfolgt rĂŒckwirkend zum 1. Januar 2010. Im Mai 2011 ist auch die BP (Switzerland) in die BP Europa SE integriert worden. Der Firmensitz der neuen SE ist Hamburg mit 270 Mitarbeitern (Stand: Sommer 2013)cite-ref-23[23] im Überseequartier der HafenCity.cite-ref-24[24] Die Hauptverwaltung mit rund 1.000 Mitarbeitern (Stand: 2014) befindet sich in Bochum am ursprĂŒnglichen Sitz der Aral, von wo aus auch das Tankstellen- und RaffineriegeschĂ€ft fĂŒr Deutschland, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen und Schweiz gesteuert wird.cite-ref-25[25]

Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE war u. a. von Januar 2017 bis November 2022 Wolfgang Langhoff, der damit Michael Schmidt ablöste.cite-ref-26[26] Seit Dezember 2022 ist Patrick Wendeler neuer Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE. Dem Vorstand gehören zudem aktuell an: Sebastian Schieberl (Arbeit und Soziales), Hildegard Bison (Recht), RenĂ© Jansen (Finanzen) und Arno Appel (Produktion). Inga Dransfeld-Haase hat zum 30. April 2025 den Vorstand auf eigenen Wunsch verlassen und ist seit dem 1. September 2025 PersonalvorstĂ€ndin der TÜV NORD AG.cite-ref-27[27]

Am 16. Februar 2023 wurde bekannt gegeben, dass BP Products North America Inc., eine Tochtergesellschaft von BP, eine Vereinbarung abgeschlossen hat, TravelCenters of America fĂŒr 1,3 Mrd. Dollar zu erwerben.cite-ref-acq-announce-28-0[28]

Deutschland

Die spĂ€tere Deutsche BP AG hat ihre Wurzeln in zwei Unternehmen, die beide im Jahr 1904 gegrĂŒndet wurden: in Wien wurde am 1. Juli 1904 die Aktiengesellschaft fĂŒr österreichische und ungarische Mineralölprodukte (OLEX) gegrĂŒndet, in Berlin nahm die Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft (DPAG) ihre GeschĂ€fte auf.

1906 fusionierte die DPAG mit diversen anderen Unternehmen zur EuropĂ€ischen Petroleum-Union (EPU). Die EPU grĂŒndete in Großbritannien eine Verkaufsgesellschaft mit dem Namen British Petroleum Company.

1926 wuchsen die historischen Wurzeln in Berlin zu einem Unternehmen zusammen. Aus OLEX und EPU wurde die OLEX Deutsche Petroleum-Verkaufsgesellschaft mbH.

BP in Deutschland nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine Neustrukturierung der OLEX. Der Firmensitz verlagerte sich von Berlin nach Hamburg. Im Jahr 1950, nach weiteren Fusionen, gab sich das Ölunternehmen den Namen BP Benzin- und Petroleum-Gesellschaft mbH. Um die Firmenfarben Gelb-GrĂŒn auch in Deutschland nutzen zu können (fĂŒr das gelb-grĂŒne BP-Logo), kam die Muttergesellschaft Anglo-Iranian Oil Company mit der Wintershall als Muttergesellschaft der NITAG ĂŒberein, die bisherigen NITAG-Farben GrĂŒn-Gelb aufzugeben. Die anschließende Umsignalisation der NITAG-Tankstellen und aller Fahrzeuge auf die neuen Firmenfarben Gelb-Blau (die bisherigen Farben der Olex/BP) wurde durch die Anglo-Iranian Oil Company bezahlt. 1957 wurde die GmbH in die BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft umgewandelt.

BP in Deutschland 70er bis 90er Jahre

Um der Stellung der deutschen BP innerhalb der weltweit tĂ€tigen BP-Gruppe Rechnung zu tragen, erfolgte 1974 die Umbenennung in Deutsche BP Aktiengesellschaft. Der Name besitzt auch heute noch GĂŒltigkeit.

ZunĂ€chst war Albert Hallmann (1971–1975)cite-ref-29[29] deren Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender fĂŒr Deutschland, dessen Posten von 1976 bis 1988 Hellmuth Buddenberg innehatte. 1978 schloss die Deutsche BP einen Kooperationsvertrag mit der Veba Oel AG, der 1979 vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff genehmigt wurde. Infolgedessen beteiligte sich BP unter anderem zu 25 Prozent an der Ruhrgas AG und ĂŒbernahm den Brennstoffhandel Stinnes-Stromeyer. BP strebte danach, mit den Stimmrechten der Gelsenberg AG einen beherrschenden Einfluss auf das hochprofitable ErdgasgeschĂ€ft der Ruhrgas zu erhalten. Letztlich scheiterte das BP-Vorhaben, weil die ĂŒbrigen Ruhrgas-Teilhaber im Stimmenpool nicht zum Verkauf ihrer Stimmrechte an BP bereit waren. Gleichzeitig hatte sich BP verpflichtet, Veba bis zum Jahr 2000 jĂ€hrlich drei Millionen Tonnen Rohöl zu liefern. 2002 ĂŒbernahm die Deutsche BP AG die Veba-Oel AG und damit auch die Veba-Tochter Aral, zu der auch die 1971 auf die Aral verschmolzene Gasolin AG (heute als Gasolin GmbH) gehört. 2002 bis 2004 war Wilhelm Bonse-Geuking Deutschland-Chef von BP und im Anschluss Uwe Frankecite-ref-30[30] bis 2010.

BP in Deutschland ab 2010

Im Mai 2010 wurde Franke von Michael Schmidt als Vorstandsvorsitzender der Deutschen BP abgelöst, welche spĂ€ter mit BP Europa SE im Hauptsitz Hamburg verschmolzen wurde.cite-ref-31[31] – In Deutschland ist die BP Europa (vor dem 1. Januar 2010 in Deutschland: Deutsche BP AG) mit ihrem inlĂ€ndischen Tankstellennetz bestehend aus rund 2.500 Tankstellen (Stand: Ende 2015) und im Schmierstoffmarkt fĂŒhrend, wobei sie unter den Marken Aral (Tankstellen, Schmierstoffe) und Castrol (Schmierstoffe) auftritt, aber auch freie Tankstellen beliefert.cite-ref-32[32] 2011 verbuchte die BP Europa SE in Deutschland einen Jahresumsatz von mehr als 53 Milliarden Euro (knapp 40 Milliarden Euro ohne Energiesteuer). In Deutschland sind etwa 5.000 Menschen bei BP tĂ€tig. BP besitzt das zweitgrĂ¶ĂŸte Raffineriesystem in Deutschland (Raffinerie Emsland, BP Gelsenkirchen).cite-ref-33[33] Zudem ist Deutschland einer von drei weltweiten BP-Forschungsstandorten. In Bochum forschen 90 Mitarbeiter, beispielsweise an der Entwicklung neuer Kraftstoffe. Ein Entwicklungscenter fĂŒr Industrieschmierstoffe ist in Mönchengladbach beheimatet. Dort sind ca. 145 Mitarbeiter beschĂ€ftigt. In Hamburg erfolgt die Entwicklung von Getriebe- und Achsölen fĂŒr Kunden auf der ganzen Welt. Zum Jahreswechsel 2016/2017 rĂŒckte Wolfgang Langhoff an die Spitze des Vorstands der BP Europa SE.cite-ref-34[34]

Russland und Beteiligung an Rosneft

2011 wurde zwischen BP und dem russischen Staatskonzern Rosneft die Vereinbarung geschlossen, gemeinsam die Öl und Gasvorkommen auf dem russischen Festlandssockel im Nordpolarmeer zu erschließen.cite-ref-35[35] Durch den Verkauf von dem Öl-Joint-Venturecite-ref-36[36] TNK-BP an Rosneft ist BP seit 2011 mit 19,75 % des Aktienkapitals an dem russischen Öl- und Gaskonzern Rosneft beteiligt. Durch den RĂŒckzug aus TNK-BP ist eine kĂŒnftig direkte Förderung durch BP in der Arktis ausgeschlossen worden.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38] Im Juni 2015 verkaufte Rosneft 20 % der sibirischen LagerstĂ€tte Srednebotubinskoje, die 20.000 Barrel (1 Barrel= ca. 159 Liter) pro Tag produziert, an BP. Die beiden Unternehmen unterzeichneten außerdem Abkommen zur gemeinsamen Erkundung von zwei Vorkommen in Westsibirien und zur Verdopplung der Beteiligung von Rosneft an vier gemeinsam betriebenen Raffinerien in Deutschland (Ruhr Oel GmbH, Bayernoil, MiRO und PCK Schwedt).cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]cite-ref-41[41]

Das 50:50-Joint Venture mit Rosneft bei BP Gelsenkirchen wurde 2015 aufgelöst.cite-ref-42[42] Am 27. Februar 2022 kĂŒndigte der BP-Chef Bernard Looney an, dass sich der Konzern von seiner Beteiligung an Rosneft zum ersten Quartal 2022 trennen wird und einen Verlust von 25 Milliarden Dollar abschreibt.cite-ref-43[43]

Algerien

→

Hauptartikel

:

Geiselnahme von In Aménas

Am 16. Januar 2013 entfĂŒhrten malische militante Islamisten neun AuslĂ€nder auf einem Ölfeld in In AmĂ©nas. Die Angreifer hatten die Gasanlage Tiguentourine des Energiekonzerns, welche gemeinsam mit Statoil sowie dem algerischen Energieunternehmen Sonatrach betrieben wurde, ĂŒberfallen.cite-ref-44[44]

Weitere BP-GeschÀftsfelder

Erdgas

BP ist weltweit auch in der Exploration und Produktion von Erdgas aktiv. So betreibt das Unternehmen neben eigenen Erdgasfeldern im Golf von Mexiko und Alaska weitere in den Continental United States.cite-ref-45[45] Zum Transport bereedert die BP Shipping Ltd. mit der British Partner auch eigene LNG-Tanker.

Air BP

Unter dem Namen Air BP wird die Produktion und der weltweite Handel von Flugzeugtreibstoffen betrieben.cite-ref-46[46]

BP Chemicals

In den USA betreibt BP drei petrochemische Anlagen mit ca. 1.000 Arbeitern und produzieren eine Reihe von Materialien, die u. a. in Kleidung und KunststoffgetrĂ€nkeflaschen oder PlastiktĂŒten eingesetzt werden.cite-ref-47[47] U. a. auch in Deutschland verfĂŒgt das Unternehmen ĂŒber petrochemische Produktionsanlagen z. B. bei BP Gelsenkirchen.

Am 29. Juni 2020 verkaufte BP sein Petrochemie-GeschĂ€ft fĂŒr 5 Milliarden Dollar an Ineos.cite-ref-48[48]

BP Solar

BP Solar war ein Hersteller von Solarzellen und Photovoltaikanlagenbauer, der zum Jahresende 2011 seine AktivitĂ€ten vollstĂ€ndig einstellte. BegrĂŒndet wurde dieser Schritt damit, dass sich die Solarindustrie zuletzt in einen Massenmarkt mit niedrigen Margen entwickelte.cite-ref-49[49] BP war ĂŒber 35 Jahre in der Solarenergie tĂ€tig und einer der MarktfĂŒhrer.cite-ref-bpsolar-50-0[50]

GeschÀftszahlen

| Jahr | Umsatz in Mrd. US-$ | Bilanzgewinn in Mrd. US-$ | mittlerer Aktienkurs in US-$ | Angestellte |
|---|---|---|---|---|
| 2005 | 245,486 | 22,024 | 25,97 | |
| 2006 | 274,316 | 22,313 | 28,66 | |
| 2007 | 291,438 | 20,843 | 29,55 | |
| 2008 | 367,053 | 21,155 | 26,84 | |
| 2009 | 246,138 | 16,578 | 23,64 | 80.300 |
| 2010 | 308,928 | −3,721 | 23,05 | 79.700 |
| 2011 | 386,216 | 25,210 | 22,72 | 83.400 |
| 2012 | 388,074 | 11,015 | 23,13 | 85.700 |
| 2013 | 396,217 | 23,451 | 24,77 | 83.900 |
| 2014 | 358,678 | 3,778 | 28,25 | 84.500 |
| 2015 | 225,982 | −6,484 | 23,84 | 79.815 |
| 2016 | 186,606 | 0,114 | 22,63 | 74.500 |
| 2017 | 244,582 | 3,388 | 26,78 | 69.700 |
| 2018 | 303,738 | 9,382 | 33,31 | 73.000 |
| 2019 | 282,616 | 4,025 | 32,42 | 70.100 |
| 2020 | 109,078 | −20,306 | 20,68 | 68.100 |
| 2021 | 164,195 | 7,563 | 23,64 | 65.900 |
| 2022 | 248,891 | −2,488 | 29,77 | 67.600 |

Marken

Das Mineralölunternehmen betreibt seine GeschĂ€fte weltweit unter den vier großen Marken BP, Aral, Castrol und ARCO, hinzu kommt die historische Marke Gasolin.

Aral

Aral – die Tankstellenmarke von BP in Deutschland – ist mit einem bundesweiten Marktanteil von 22,5 Prozent (bei knapp 2.500 Tankstellen im Jahr 2011) MarktfĂŒhrer.cite-ref-eid-52-0[52]

Castrol

Durch die Übernahme von Castrol wurde BP zum weltweit fĂŒhrenden Schmierstoffhersteller. Castrol ist in Deutschland die Nummer eins auf dem Markt. Bekannt ist die Marke seit Jahrzehnten wegen ihres intensiven Engagements im Motorsportbereich, so zum Beispiel in der Formel 1 und seit 2019 in der Formel E.

Gasolin

Aus GrĂŒnden des Markenschutzes werden weiterhin zwei Tankstellen unter der eingetragenen Marke Gasolin betrieben. Diese befinden sich in Pasewalk und UeckermĂŒnde.cite-ref-53[53]

Kritik und Umweltkatastrophen

Prudhoe Bay

BP ist mit einem Anteil von 26 Prozent Betreiber des grĂ¶ĂŸten Ölfeldes in Alaska, dem Prudhoe-Bay-Ölfeld. Am 2. MĂ€rz 2006 wurde in der westlichen Prudhoe Bay ein großes Ölleck entdeckt. Bis zu 267.000 Gallonen (eine Million Liter) Öl liefen aus und machten es zum grĂ¶ĂŸten Ölausfluss im nördlichen Alaska in der Geschichte.cite-ref-54[54] Im August 2006 wurden weitere Ölaustritte bemerkt. Am 6. August 2006 hatte sich BP dazu entschlossen, die Förderung im Prudhoe-Bay-Feld in Alaska auf unbestimmte Zeit einzustellen. Bei ersten Untersuchungen der Leitungen mit SpezialgerĂ€ten seien gravierende KorrosionsschĂ€den festgestellt worden. Die ÜberprĂŒfung der Röhren war behördlich veranlasst worden. BP betonte, dass die Röhren regelmĂ€ĂŸig und mit behördlicher Zustimmung und unter Aufsicht ĂŒberprĂŒft worden seien. Die angewandten PrĂŒfmethoden, AusspĂŒlung der Röhren mit einem chemischen Mittel zum Korrosionsschutz und Ultraschalluntersuchungen, seien in der RĂŒckschau betrachtet nicht ausreichend gewesen. Allerdings hatten bereits 1999 Mitarbeiter von BP die Konzernleitung auf entsprechende MĂ€ngel aufmerksam gemacht.cite-ref-55[55] 2001 waren die Probleme schon der Umweltbehörde bekannt. Sie wurden jedoch, mutmaßlich durch Einflussnahme von Mitarbeitern des Konzerns, nicht veröffentlicht.cite-ref-56[56]

Um das gesamte Leitungsnetz genauer untersuchen zu können, habe sich BP zu einem Produktionsstopp entschlossen. Am 11. August verkĂŒndet das Unternehmen, dass die Produktion nach Auswertung neuer Untersuchungsergebnisse im westlichen Teil des Ölfeldes fortgesetzt werden könne. Diese Entscheidung sei in Absprache mit den staatlichen Behörden getroffen worden. Nach Genehmigung durch das US-Verkehrsministerium begann BP Ende September auch wieder mit der Produktion im östlichen Teil des Ölfeldes. Am 29. Oktober 2006 gab BP bekannt, dass die Tagesproduktion mit mehr als 400.000 Barrel wieder den Stand vom 6. August 2006 erreicht habe.

Raffinerie BP Texas City

BP Texas City ist die grĂ¶ĂŸte Erdölraffinerie des Unternehmens im sĂŒdöstlich von Houston gelegenen Texas City und produziert auf einer FlĂ€che von 4,85 Quadratkilometern etwa 2,5 Prozent des amerikanischen Treibstoffbedarfs.cite-ref-57[57]

Erste Teile der als außerordentlich komplex geltenden Anlage wurden 1934 errichtet, seither wurde mehrfach expandiert und modernisiert.cite-ref-baker2007-58-0[58] In Besitz von BP gelangte die Raffinerie durch Fusion mit Amoco am 31. Dezember 1998.cite-ref-csb2007-59-0[59] Auf dem GelĂ€nde sind dauerhaft etwa 1800 Arbeiter beschĂ€ftigt, durch Vertragsarbeiten befinden sich in Spitzenzeiten bis zu 6000 Arbeiter auf dem GelĂ€nde.cite-ref-baker2007-58-1[58]

In der Raffinerie kam es mehrfach zu schweren BetriebsunfĂ€llen, die zwischen 1974 und 2004 zu insgesamt 23 TodesfĂ€llen fĂŒhrten.cite-ref-csb2007-59-1[59] Vorbeugende Sicherheitsverbesserungen seitens BP blieben weiter lĂŒckenhaft.cite-ref-60[60]

Am 23. MĂ€rz 2005 traten wĂ€hrend der Inbetriebnahme einer Isomerisierungseinheit innerhalb weniger Minuten geschĂ€tzte 28.700 Litercite-ref-csb2007-59-2[59] brennbarer Kohlenwasserstoffe aus einem RĂŒckhaltebehĂ€lter aus und fĂŒhrten zu einer Explosion, bei der 15 Arbeiter getötet und 180 verletzt wurden.cite-ref-csb2007-59-3[59] Der finanzielle Schaden betrug mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar.cite-ref-csb2007-59-4[59] Zu dem Unfall trugen maßgeblich Bedienerfehler, veraltete AusrĂŒstung und Designfehler der Kontrollinstrumente bei – so wurde ein Abscheiderturm ĂŒber mehrere Stunden hinweg bei geschlossenem Pegelkontrollventil betrieben, wĂ€hrend dem Bediener normale Werte fĂŒr Turmpegel und Ventildurchfluss angezeigt wurden. Die schließlich ĂŒberfließende FlĂŒssigkeit gelangte in einen veralteten und bekannt unsicheren RĂŒckhaltebehĂ€lter, trat dort in einer FontĂ€ne aus und entzĂŒndete sich außerhalb.cite-ref-csb2007-59-5[59] Die anschließende Explosion zerstörte unter anderem mehrere BĂŒro-Trailer neben dem BehĂ€lter, in denen sich die Todesopfer befanden. BP Ă€nderte nach dem Unfall die Richtlinien fĂŒr die Platzierung solcher Trailer.cite-ref-csb2007-59-6[59]

Die nachfolgenden Untersuchungsberichte des U.S. Chemical Safety and Hazard Investigation Board und einer unabhĂ€ngigen Untersuchungsgruppe unter Leitung von James Baker ĂŒbten harsche Kritik an KonzernfĂŒhrung und Sicherheitsstandards der Raffinerie.cite-ref-csb2007-59-7[59]

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Hauptartikel

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Raffinerieexplosion in Texas City

Ölplattform Deepwater Horizon

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Hauptartikel

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Ölpest im Golf von Mexiko 2010

BP war PĂ€chter der von Transocean betriebenen Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Am 20. April 2010 ereignete sich eine Explosion, der ein Brand folgte. Am 22. April 2010 sank die Plattform.cite-ref-61[61] Unmittelbar nach dem Untergang der Plattform wurde der unkontrollierte Austritt von Öl beobachtet. TĂ€glich traten dabei weit mehr als 5.000 Barrel (800.000 Liter) Öl aus. WĂ€hrend einer Anhörung des US-Kongresses wurde sogar von 95.000 Barrel (15.100.000 Liter) tĂ€glich gesprochen.cite-ref-62[62] Im US-Bundesstaat Louisiana wurde der Notstand ausgerufen.cite-ref-63[63] BP erklĂ€rte, das Unternehmen ĂŒbernehme die volle Verantwortung fĂŒr die Ölpest am Golf von Mexiko und werde fĂŒr die SchĂ€den des ausgetretenen Öls aufkommen.cite-ref-64[64] Interne Dokumente von BP zeigten, dass der Konzern schon 11 Monate vor der Katastrophe ĂŒber erhebliche Sicherheitsprobleme informiert war.cite-ref-65[65]

Am 18. Juni 2010 entzog BP-Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg dem Vorstandsvorsitzenden Tony Hayward mit sofortiger Wirkung das Krisenmanagement.cite-ref-66[66] Dieses ĂŒbernahm BP-Manager Robert Dudley.cite-ref-67[67]

Laut Berechnungen von BP und einer Konzernveröffentlichung vom 25. Juni 2010 betragen die bis dahin aufgelaufenen Kosten der Ölpest knapp 2 Mrd. Euro (2,35 Mrd. USD), lt. Angaben Anfang Juli bereits 2,5 Mrd. Euro (3,1 Mrd. USD).cite-ref-68[68] Seit Beginn der Katastrophe hat sich der Wert der BP-Aktie etwa halbiert.cite-ref-69[69] Wegen der finanziellen Folgen der Katastrophe und des stark gefallenen Aktienkurses fĂŒrchtet der Konzern eine feindliche Übernahme, in britischen Regierungskreisen wird der Zusammenbruch des grĂ¶ĂŸten Unternehmens des Landes fĂŒr möglich gehalten. Um dies zu verhindern, suchte der Konzern nach Investoren.cite-ref-70[70]

Am 19. Juli 2010 wurde gemeldet, dass AnwĂ€lte von GeschĂ€digten der Katastrophe in den USA mindestens drei Klagen gegen BP unter dem RICO Act eingereicht haben. Dieser bezeichnet ein Bundesgesetz, welches ursprĂŒnglich gegen die Mafia gerichtet war, und falls BP danach verurteilt wĂŒrde, wĂŒrde sich, neben eventuell weiteren ausgesprochenen Strafen, die Schadensersatzsumme auf das Dreifache des tatsĂ€chlich entstandenen Schadens belaufen. Derzeit prĂŒft das US-Justizministerium, ob der RICO Act in diesem Fall zur Anwendung kommt.cite-ref-71[71]

BP verunreinigte den Golf von Mexiko nach der Katastrophe mit mehreren Millionen Litern der umstrittenen Chemikalie Corexit, die als Dispergator die Sichtbarkeit des ausgetretenen Öles reduziert. Viele Reinigungsarbeiter und KĂŒstenanwohner wurden durch Corexit gesundheitlich schwer geschĂ€digt.cite-ref-giftkosmetik-72-0[72] BP ist personell mit der Herstellerfirma von Corexit verflochten, war ĂŒber die toxische Wirkung der Chemikalie informiert und spielte die GesundheitsgefĂ€hrdung herunter.cite-ref-giftkosmetik-72-1[72]

VorwĂŒrfe der Menschenrechtsverletzung

Im Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne werden BP schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, unter anderem „Finanzierung von BĂŒrgerkrieg und Waffenhandel, Zerstörung der Lebensgrundlagen in Ölfördergebieten und Kooperation mit MilitĂ€rregimen“.cite-ref-73[73] Nach Angaben der Autoren hat es nie eine Klage gegen das Buch gegeben, obwohl eine Änderung falscher Tatsachenbehauptungen juristisch leicht zu erwirken wĂ€re.cite-ref-74[74]

Auch erwĂ€hnte 2010 die Neue ZĂŒrcher Zeitung Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit BP in Kolumbien, „wo Ureinwohner behaupten, sie seien auf illegale Art und Weise von ihrem Land vertrieben worden und das Unternehmen beschuldigen, 9000 MordfĂ€lle begangen zu haben“. Laut Schwarzbuch Markenfirmen finanzierte BP in Kolumbien jahrelang die sechzehnte Brigade des MilitĂ€rs.cite-ref-75[75]cite-ref-76[76]

Am 1. September 2010 wurden dem Aufsichtsratsvorsitzenden, dem scheidenden und neuen GeschĂ€ftsfĂŒhrer sowie dem verantwortlichen Management des Öl- und Energie-Konzerns BP/Großbritannien der Black Planet Award 2010 von der Stiftung Ethik & Ökonomie ethecon verliehen. Der Black Planet Award wird jĂ€hrlich an Personen verliehen, die in herausragender Weise zu Zerstörung und Ruin des Blauen Planeten beigetragen haben. Im Umgang mit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko im Sommer 2010 sieht die Stiftung eine bestĂŒrzende Missachtung und Verletzung menschlicher Ethik.cite-ref-77[77]

Vorwurf der unsachgemĂ€ĂŸen Entsorgung von Raffinerie-RĂŒckstĂ€nden

Die BP Gelsenkirchen GmbH kalkuliert nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro fĂŒr die jĂ€hrliche Entsorgung von schwermetallhaltigen RĂŒckstĂ€nden, die bei der Herstellung von Benzin anfallen.cite-ref-0-78-0[78]cite-ref-79[79] 2018 konnte mithilfe von konzerninternen Dokumenten und Aussagen eines ehemaligen Mitarbeiters die mindestens seit 2011 stattfindende unsachgemĂ€ĂŸe Entsorgung dieser Raffinerie-RĂŒckstĂ€nde aufgedeckt werden.cite-ref-0-78-1[78]cite-ref-80[80] Um die teuren Entsorgungskosten einzusparen, wurde der giftige und krebserregende SondermĂŒll zu vermeintlich harmlosen Rußpellets umdeklariert und mittels eines MĂŒllmaklers auf eine Deponie in HĂŒnxe eingelagert. Mindestens 30.000 Tonnen wurden so unsachgemĂ€ĂŸ entsorgt. Kritik wurde auch gegenĂŒber der Bezirksregierung MĂŒnster laut, welche das Verhalten des Konzerns ohne das Vorliegen eines Sicherheitsdatenblatts duldete. Bei dem nachfolgenden Prozess am Landgericht Bochum wurde auch das Vorgehen der Staatsanwaltschaft kritisiert. Es wurden lediglich zwei MĂ€nner aus der Entsorgungsbranche, welche die Rußpellets weiter gehandelt hatten, angeklagt. Der BP-Konzern wurde bisher nicht zur Verantwortung gezogen.cite-ref-0-78-2[78]

Konsortien

Die BP ist als KonsortialfĂŒhrer in folgende Projekte involviert:


Anteilseigner

Im Jahresbericht werden folgende Anteilseigner (Anteil am Grundkapital) aufgefĂŒhrt:cite-ref-gb2019-81-0[81]

| Anteil [%] | Anteilseigner |
|---|---|
| 27,13 | JPMorgan Chase Bank N.A. , als Lagerstelle fĂŒr ADSe |
| 7,60 | Blackrock, Inc. |
| 4,00 | The Vanguard Group, Inc |

Stand: Jahresende 2019

Allerdings ist zu beachten, dass JPMorgan lediglich als Lagerstelle fĂŒr Aktien fungiert, die in den USA ĂŒber ADS von vielen Investoren gehalten werden (daraus ergibt sich fĂŒr JPMorgan keinerlei Mitbestimmung oder Dividendenberechtigung). Blackrock und Vanguard sind jeweils Fondsgesellschaften, die als solche die Aktien in Fonds fĂŒr (Klein-)Investoren halten.

BĂŒcher

‱ BP Fifty Years in Pictures. A story in pictures of the development of the BP Group 1909–1959. London, British Petroleum Co, 1959.

Weblinks

Commons

: BP

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle globale Website von BP (englisch)
‱ BP Deutschland, BP Österreich, BP Schweiz
‱ Alle Artikel, HintergrĂŒnde und Fakten zu BP auf Spiegel Online, insbesondere zur Katastrophe der Deepwater Horizon

Einzelnachweise

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51.5079-0.1343coordinatesKoordinaten: 51° 30â€Č 28,4″ N, 0° 8â€Č 3,5″ W